»War starts here«: Proteste gegen Bundeswehr

Dutzende demonstrieren nördlich von Magdeburg gegen Kriegsübungen, Militarisierung und Kapitalismus

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. »Dutzende Gegner der deutschen Streitkräfte haben sich am Samstag an Protesten gegen die Bundeswehr nördlich von Magdeburg beteiligt.« So beginnt eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur. Es habe mehrere Mahnwachen rund um das Truppenübungsgelände gegeben, sagte eine Sprecherin der Veranstalter. Während die Organisationen von zusammen rund 200 Demonstranten sprachen, zählte die Polizei in Magdeburg zunächst nur 30 bis 40 Personen an fünf Orten. Die Organisatoren berichteten, dass mehrere Demonstranten auch auf das Gelände selbst gegangen und von Feldjägern der Bundeswehr wieder hinausbegleitet worden seien. Die Proteste richten sich auch gegen mögliche gemeinsame Übungen von Polizei und Bundeswehr zur Abwehr von Terrorgefahren.

Die Veranstaltungen am Samstag waren als Höhepunkt eines einwöchigen Protestcamps angekündigt worden. Auch in den vergangenen Jahren hatte es bereits Veranstaltungen unter dem Motto »War starts here« (Krieg beginnt hier) gegeben. »Hunderttausende Menschen suchen Zuflucht in Europa vor Armut und Elend, vor Krieg und Folter. Niemand mehr kann hier die Augen verschließen vor den katastrophalen Folgen einer kapitalistischen Weltwirtschaft«, hieß es in einem Aufruf zum diesjährigen Protestcamp. »Anschläge auch in den hochentwickelten Industriestaaten machen deutlich: Die Schrecken, die der mächtige Norden in alle Welt exportiert, kehren jetzt – auch für uns spürbar – zu uns zurück. Die mühsam aufrecht erhaltene Fassade einer heilen Welt beginnt zu bröckeln.«

Aufgerufen wird unter anderem zu einer kritischen Diskussion über »die Rolle der westlichen Staaten beim Zustandekommen der Kriegshandlungen« und über »Alternativen zu einer militärischen Eskalation«. Die Organisatoren wenden sich dagegen, dass Terroranschläge »für neue Kriegstreiberei, den Abbau demokratischer Grundrechte und die Stärkung von rassistischer Politik und Abschottung« instrumentalisiert würden.

»Gemeinsam mit vielen wollen wir die scheinbare Normalität der kriegerischen Verhältnisse offenlegen, stören, blockieren: Spürbare Steine im Getriebe sein«, so die Erklärung. Man rufe »dazu auf, dem staatlich organisierten Töten und Zerstören mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten«. Das Ziel seien globale soziale Rechte und ein gutes Leben für alle. nd/Agenturen

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.