Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg geplatzt

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Neubrandenburg. Der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg gegen einen inzwischen 96-jährigen früheren SS-Sanitäter im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ist geplatzt. Das Gericht sei nicht in der Lage, fristgerecht über mehrere Befangenheitsanträge gegen drei Richter zu entscheiden, teilte es am Donnerstag mit. Wann die Hauptverhandlung von vorn beginnen könne, sei »nicht vorherzusagen«. Die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger hatten sowohl den Vorsitzenden Richter als auch einen seiner Beisitzer als befangen abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten SS-Mann Beihilfe zum Mord in 3681 Fällen vor. Er soll 1944 während seines Einsatzes im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gewusst haben, dass dort Menschen systematisch getötet wurden. Er habe sich in den Betrieb des Lagers »unterstützend eingefügt«. Das Landgericht hatte angesichts des Gesundheitszustands nach anfänglicher Weigerung den Prozess gegen den früheren SS-Sanitäter, der in einem Dorf bei Neubrandenburg lebt, erst nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts eröffnet. AFP/nd

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