Bloß kein Chichi

  • Lesedauer: 2 Min.

Er gilt als Virtuose hinter der Kamera. Der Niederländer Robby Müller drehte Filme mit Regisseuren wie Wim Wenders, Lars von Trier und Jim Jarmusch. Müller filmte die tanzende Björk für von Triers »Dancer in the Dark« und den im Kanu schippernden Johnny Depp für Jarmuschs »Dead Man«. Das Berliner Museum für Film und Fernsehen widmet dem heute 77-jährigen Kameramann eine große Ausstellung. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Schau »Robby Müller - Master of Light« (6. Juli bis 5. November), die vom Eye Filmmuseum Amsterdam konzipiert wurde.

Allein 14 Filme von Wim Wenders fotografierte Müller - darunter Klassiker wie »Paris, Texas«, »Alice in den Städten«, »Der amerikanische Freund« und »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter«. Bei Jim Jarmusch stand er für die Kultfilme »Down by Law« und »Mystery Train« hinter der Kamera. Auch mit den deutschen Autorenfilmern Edgar Reitz und Hans W. Geißendörfer arbeitete Müller zusammen. »In seinen Arbeiten scheinen Einflüsse von Edward Hopper auf, sein Einsatz des Lichts erinnert an Gemälde Vermeers«, so die Ausstellungsmacher. »Starren Systemen, überflüssigen Vorschriften und einer konventionellen Arbeitsweise gegenüber abgeneigt, bleibt Müller während seiner gesamten Karriere dem eigenen Ansatz treu: keine unnötigen technischen Hilfsmittel, keine übertriebene Ausleuchtung und keine effektheischende ›Kamera-Akrobatik‹, wie er es selbst nennt.«

In der Ausstellung sollen Filmszenen »einen Eindruck vom visuellen Scharfsinn und der Vielschichtigkeit seiner Werke« geben. In Interviews berichten Wim Wenders, Lars von Trier und Steve McQueen von ihrer Arbeit mit Müller. Zu sehen sind auch Dokumente und Skripte aus Müllers Privatarchiv. Zur Ausstellung wird es im Arsenal-Kino vom 4. bis 17. August eine Filmreihe geben. dpa/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.