Nachrufe

  • Lesedauer: 2 Min.

Klaus Dönecke

23. 2. 1955 - 4. 7. 2017

Als der Polizeibeamte Klaus Dönecke eines Tages vor mehr als 20 Jahren den Entschluss fasste, im Polizeipräsidium Düsseldorf aufzuräumen und die gestapelten, verstaubten Kisten und meterweise Aktenordner zu durchforsten, um Platz zu schaffen, ahnte er nichts von dem Fund, auf den er stoßen sollte und der ihn zum ersten deutschen Polizisten machte, dem gewährt wurde, in Uniform die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu besuchen.

Dönecke fand Personalkarteikarten, die bewiesen, dass Düsseldorfer Polizisten 1942 Zivilisten im polnischen Lublin erschossen und die Deportation von Juden in Konzentrationslager unterstützt hatten. Nach Döneckes Aktenfund schuf der Düsseldorfer Polizeipräsident für diesen eine neue Stelle als Historiker. Dönecke fand heraus, dass elf Täter von Lublin auch nach 1949 noch bei der Düsseldorfer Polizei im Dienst standen. Das Beweismaterial leitete er an die Staatsanwaltschaft weiter und schuf eine Ausstellung im Foyer des Polizeipräsidiums, die die Verstrickungen der Düsseldorfer Polizei in nationalsozialistische Massenverbrechen dokumentierte. Im April 2009 besuchte Dönecke Jerusalem und legte zusammen mit siebzehn Kollegen aus Düsseldorf in Yad Vashem einen Kranz nieder. flh

Michael Bond

13. 1. 1926 - 27. 6. 2017

Meine Kinder werden zutiefst betrübt sein. Auf das internationale Ausschreiben eines britischen Kinderbuchverlags vor einigen Jahren sandten auch sie ein Foto nach London - von sich und dem Paddington Bär auf der Kühlerhaube eines sonnengelben Trabis. Sie gewann einen Wochenendtrip in die Metropole an der Themse. Ja, sie sind nicht nur mit Pittiplatsch und Schnatterinchen, Burantino und Tscheburaschka aufgewachsen, sondern auch mit dem tapsigen Pelztier, das aus dem »dunkelsten Peru« stammen soll, von Mr. und Mrs. Brown auf dem Bahnsteig der Paddington Station in Britanniens Hauptstadt entdeckt wird und mit dem Tochter Judy die tollsten Abenteuer erlebt.

Den höflichen, für Marmelade aus Bitterorangen schwärmenden Bär, der wahlweise einen gelben oder roten Schlapphut trägt, erfand Michael Bond. Seine bärenstarken Geschichten füllen mehr als 25 Bände. Bond, nicht zu verwechseln mit 007, war zudem Krimiautor. Besondere Kennzeichen: Witz und Vorliebe für den Buchstaben »P«. Held seiner Detektivgeschichten ist »Monsieur Pamplemousse«, dessen Hund »Pommes frites« heißt. ves

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.