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Noch ist die Welt nicht rosarot

Stefan Otto zu ein Jahr Ehe für alle

Im Bundestag war die Ehe für alle ein Reizthema. Gegnern galt die Ehe als heilige Verbindung zwischen Mann und Frau, die Befürworter sahen in der Ehe für alle einen Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung. Die bis dahin geltende Eingetragene Partnerschaft für homosexuelle Paare sicherte nämlich nicht die gleichen Rechte wie die Ehe. Als sie dann im Sommer vor einem Jahr beschlossen wurde, herrschte Feierlaune im Bundestag, und dem Grünen-Abgeordneten Volker Beck kamen die Tränen. Er war einer ihrer Vorkämpfer. Seitdem wurde es ruhig um sie. In den Standesämtern ist es normal, wenn Männer Männer heiraten und Frauen Frauen. Kaum jemand stört sich daran. Laissez-faire im besten Sinne.

Aber rosarot ist die Welt dennoch nicht. Das zeigt der Vorfall an einer katholischen Schule in Borken. Ein Lehramtsanwärter soll dort nicht mehr eingestellt werden, nachdem er erzählte, dass er seinen Freund heiraten wolle. Der Schulleiter pocht auf Prinzipien, Schüler protestieren dagegen. Bislang vergeblich. Dabei könnte es so einfach sein: Als über die Ehe für alle im Bundestag gestritten wurde, sagte Peter Ramsauer, christsozialer Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe: »Deutschland hat ganz andere Probleme.« Dem ist ein Jahr später nicht viel hinzuzufügen. Die Ehe für alle ist eingeführt, sollte ausnahmslos gelten und niemanden den Job kosten.

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