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- Karl-Marx-Allee
Schaut auf diese Mieter!
Nicolas Šustr über unglaubliches Engagement
Der Kampf, beziehungsweise die Arbeit ist für Norbert Bogedein, den Vorsitzenden des Mieterbeirates der Karl-Marx-Allee, noch lange nicht vorbei. Alle drei Tage macht der Rentner Bürotag, um die aufgelaufene Korrespondenz abzuarbeiten. Und seine Stellvertreterin Anja Köhler fuchst sich immer tiefer in die juristischen Abgründe der in den 1990ern privatisierten Blöcke an der Allee. Eigentlich müsste Friedrichshain-Kreuzberg dem Gremium jährlich die Bezirksmedaille für besondere Verdienste verleihen, wie im Juni geschehen, denkt man.
Nein, eigentlich müssten die Mieter jedes Hauses, das sich der Verwertung auf dem Immobilienmarkt widersetzt, gewürdigt werden. Denn es braucht unglaublich viel Disziplin, Kreativität und Fachwissen, um erst einmal die öffentliche Wahrnehmungsschwelle zu überwinden, bevor der Kampf überhaupt nur ansatzweise eine Erfolgsaussicht erhält.
Helfen soll da der vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg angeschobene Verein AKS Gemeinwohl. Er soll Expertise bieten, Verwaltung und Initiativen miteinander vernetzen und Doppelarbeit vermeiden helfen. Natürlich ist das Projekt noch vollkommen unterfinanziert. Und selbstverständlich hat sich Bogedein auch gleich dort in die Arbeit gestürzt. Denn auf seinen Lorbeeren sich ausruhen, das kann er nicht.
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