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Falsche Sexualmoral

Aert van Riel zu Debatten in der katholischen Kirche über den Zölibat

  • Aert van Riel
  • Lesedauer: 1 Min.

Viele Katholiken merken selbst, dass ihre Kirche aus der Zeit gefallen ist. Stellvertretend für diese Menschen hat Annegret Kramp-Karrenbauer den Wunsch geäußert, dass der Zölibat für katholische Priester abgeschafft wird. So könnte man mehr Menschen für diesen Dienst begeistern, meint die CDU-Chefin. Damit hat sie zwar recht, aber nicht den Kern der Sache angesprochen. Bei den Debatten um den Zölibat sollte es nicht in erster Linie um Werbemaßnahmen für die katholische Kirche, sondern um deren grundsätzlich falsche Sexualmoral gehen, die zu zahlreichen Opfern geführt hat. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte, vergingen sich sogenannte Kirchenmenschen heimlich an Kindern und anderen Menschen, die von ihnen abhängig waren. Doch damit nicht genug. Mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Abtreibung - Papst Franziskus spricht von »Auftragsmord« - und Empfängnisverhütung verhindern hohe Würdenträger ein selbstbestimmtes Leben vieler Menschen.

Im Vatikan fehlt weiterhin der Wille für umfassende strukturelle Reformen. Nach der nun zu Ende gegangenen Synodalversammlung verteidigen auch deutsche Katholikenvertreter den Zölibat. Kramp-Karrenbauer wird trotzdem in der Kirche bleiben. Diese schreibt faktisch eine Obrigkeitshörigkeit gegenüber dem Papst vor. Das alles zeigt, dass das finstere Mittelalter noch nicht vollständig überwunden wurde.

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