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Brüsseler Tischgespräche
René Heilig über Chancen für die strategische Autonomie der EU
Beim Mittagessen, so war am Montag aus Brüssel zu hören, hätten die EU-Außenminister erstmals über das Konzept einer sogenannten strategischen Autonomie Europas gesprochen. Die protokolllose Form mag ein kluger diplomatischer Schachzug gewesen sein, doch sie ändert nichts daran, dass diese Autonomie von den meisten Teilnehmern begrüßt, doch von vielen sehr eigen ausgelegt wird. Klar ist, dass sich die weltpolitische Position der Gemeinschaft in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechterte. Und das liegt wahrlich nicht nur daran, dass der scheidende US-Präsident die EU - wie Russland und China - als Gegner behandelte. In der östlichen und südlichen Nachbarschaft der EU mehren sich Konflikte und nur selten gelingt es der Gemeinschaft, Wege zur Eindämmung zu finden.
Nun gibt es nach dem nahen Ende der Ära Trump Möglichkeiten, die Beziehungen zu den USA zu renovieren. Und zwar so, dass sie auch für andere Länder und Regionen sinnvoll sind. Um traditionelle atlantische Abhängigkeiten zu überwinden, sind Kreativität und Aktivität gefragt. So könnte eine Optimierung der Beziehungen mit China gleichsam Hinweise für die Außen- und Sicherheitspolitik des kommenden US-Präsidenten geben. Doch will man das in Brüssel? Und falls ja, wie mutig folgt man der Vernunft?
Teller und Rand ist der neue ndPodcast zu internationaler Politik. Andreas Krämer und Rob Wessel servieren jeden Monat aktuelle politische Ereignisse aus der ganzen Welt und tischen dabei auf, was sich abseits der medialen Aufmerksamkeit abspielt. Links, kritisch, antikolonialistisch.
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