Neue RBB-Intendantin Ulrike Demmer: Alles wie immer

Larissa Kunert über die Wahl der neuen RBB-Intendantin

  • Larissa Kunert
  • Lesedauer: 1 Min.
Nicht bei allen Rundfunkratsmitgliedern beliebt: Ulrike Demmer
Nicht bei allen Rundfunkratsmitgliedern beliebt: Ulrike Demmer

Mit Ach und Krach ist Ulrike Demmer vergangenen Freitag zur neuen RBB-Intendantin gewählt geworden – ein durchaus kritikwürdiger Vorgang. Denn eine Personalwahl, bei der man sich letztlich nur zwischen Ja und Nein entscheiden kann, ist zwar de iure nicht undemokratisch, entbehrt aber de facto der Auswahlmöglichkeit, die man für die Besetzung eines so hohen staatlich finanzierten Postens in einer Demokratie voraussetzen sollte.

Allerdings könnten die Kommentatoren in den Sozialen Medien, die in Demmer eine Wiedergängerin von Ex-Intendantin Patricia Schlesinger erkennen wollen, mal einen Gang zurückschalten. Von Vetternwirtschaft wie bei Schlesinger ist die Rede, weil Demmer stellvertretende Regierungssprecherin der Großen Koalition auf SPD-Seite war. Doch diese gewöhnliche Nähe von Politik und Medien ist ein anderes Kaliber. Es sollte wohl niemanden überraschen, dass ein Sender mit Staatsvertrag sich einer führenden Beamtenpartei gegenüber nicht unbedingt konträr positioniert (was wiederum nicht heißt, dass beim RBB nicht auch SPD-Kritiker zu Wort kämen) – mit oder ohne Demmer.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -