- Kommentare
- Kommentar
Utopie schön einfach
Sarah Yolanda Koss zum Europäischen Protesttag der Gleichstellung
Inklusion in der schulischen Bildung, beim Thema Wohnen und am Arbeitsmarkt – in all diesen Bereichen hinkt Deutschland anderen europäischen Ländern sowie den Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention hinterher. Darauf machen Initiativen und Aktivist*innen am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, aufmerksam. Die Ampel-Regierung hatte geplant, einen Schwerpunkt auf Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderungen zu legen. So stand es im Koalitionspapier, dazu beschloss die Bundesregierung im letzten Juni auch das »Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts«.
Gerade dort berichten Betroffene aber von Ausgrenzung. Laut einer aktuellen Studie von Statista und der Krankenkasse IKK Classic erlebte über die Hälfte der Befragten Diskriminierung im Arbeitsumfeld.
Ein Grundproblem, das auch nach 15 Jahren UN-Behindertenrechtskonvention vorherrscht: Inklusion wird meist mit einem mühsamen Aufwand für alle Beteiligten gleichgesetzt. Der Gedanke, dass sie sich positiv auf die Gesellschaft auswirken kann, ist nicht weit verbreitet. Auch das ergibt die Studie. Dabei könnte es so schön einfach sein: Würden wir zum Beispiel unser Arbeitsumfeld inklusiv gestalten, könnten wir Mitarbeit für alle ermöglichen, unseren Alltag entschleunigen und nebenbei dem Fachkräftemangel ein Schnippchen schlagen. Deswegen, zur Feier des Protesttages, noch einmal in Leichter Sprache: Inklusion heißt, alle Menschen sind überall dabei. Alle haben die gleichen Rechte. Inklusion macht das Leben für alle besser.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.