- Kommentare
- kommentiert
Kleine Schritte
Es ist eine Politik der kleinen Schritte. Nach 50 Jahren Abwesenheit wird das Amerikanische Ballett Theater aus New York in Kuba auftreten. Auch wenn diese Reise nicht im Zusammenhang mit den laut »New York Times« von Barack Obama geplanten weiteren Reiseerleichterungen für US-Amerikaner nach Kuba steht, ist der anstehende Auftritt des Balletts im Karl-Marx-Theater in Havanna doch ein weiteres Anzeichen für eine leichte Entspannung zwischen den USA und Kuba. Obamas Kubapolitik hat die Türen für ein wenig mehr Austausch auf kultureller und reisetechnischer Ebene geöffnet.
Das ist mehr als nichts, aber nicht viel angesichts eines seit 1962 anhaltenden Embargos, das Milliardenkosten für die Karibikinsel mit sich bringt. Selbst eine Mehrheit der Miami-Kubaner hält diese dumpfe Blockadepolitik inzwischen für ein untaugliches Mittel, einen Wandel in Kuba zu bewirken. Dennoch bleibt das Embargo innenpolitisch ein heißes Eisen, das Obama in der jetzigen Amtsperiode nicht anpacken dürfte, so er denn überhaupt willens ist.
Unter Obama hat sich der Ton der Kubapolitik geändert, der Rhythmus nicht. Doch ohne eine Aufhebung der Blockade ist ein echter Neuanfang in den kubanisch-US-amerikanischen Beziehungen undenkbar.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.