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Bahn-Monopoly

  • Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: 2 Min.

Nun ist es also amtlich: Die Deutsche Bahn AG verkauft ihre Tochter Arriva Deutschland an ein Konsortium aus der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato (FS) und dem luxemburgischen Anlagefonds Cube. Damit geht der Verdrängungskampf um die Vorherrschaft auf deutschen Gleisen in eine neue Runde.

DB-Chef Rüdiger Grube hatte FS/Cube favorisiert, weil ihm die Italiener, Neulinge im Haifischbecken, offenbar lieber sind als etablierte Rivalen wie Veolia, Keolis oder Abellio. Während Ableger der Staatsbahnen aus Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und nun auch Italien der DB Regio Marktanteile im Regionalverkehr streitig machen, »wildert« die Deutsche Bahn ihrerseits europaweit und kauft hinzu, was immer sie zu fassen kriegt. Statt einer fruchtbaren Kooperation zwischen Staatsbahnen zum Wohle der Reisenden ist Rivalität angesagt, die dem System Schiene nur schadet.

Zu den Gewinnern gehört sicherlich Cube. Der Luxemburger Fonds hat Erfahrung mit Privatisierungs- und PPP-Projekten in Europa, Amerika und Asien. Aus der nun winkenden Staatsknete für den deutschen Personennahverkehr will der Finanzinvestor eine hohe Rendite ziehen. Auch deshalb hatten deutsche Arriva-Betriebsräte vergangene Woche Krach geschlagen und vor einem Verkauf an Cube gewarnt. Doch das diplomatische Schweigen der Bahngewerkschaften EVG und GDL am Mittwoch lässt befürchten, dass ihre Mitglieder im DB-Aufsichtsrat bei der entscheidenden Sitzung dem Arriva-Deal doch noch kleinlaut zugestimmt haben.

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