• Kultur
  • Bücher zum Verschenken

Die Schatzflotte von Zheng He

Die Großen Entdecker

  • Franziska Klein
  • Lesedauer: 2 Min.

China ist nicht nur stark und mächtig. China, auch das »Reich der Mitte« genannt, war stark und mächtig. Über Jahrtausende. Chinesen bauten die größte Flotte aller Zeiten, nur aus Holz. Sie umfasste 317 Schiffe. Die US-Kriegsmarine von heute zählt 279 Schiffe. Diese Superdschunken, für die ganze Wälder gerodet wurden, hatten je fünf Maste, neun Segel und eine 200-köpfige Besatzung. Die Laderäume waren prall gefüllt mit Porzellan, Seide und anderen Handelsgütern. Zu dieser kaiserlichen Flotte, die im Jahr 1405 unter dem Kommando von Zheng He in See stach, gehörten Proviant- und Patrouillenboote sowie Kriegsschiffe. Über drei Jahre war sie unterwegs, gelangte bis an die Küste Afrikas, was eine Meisterleistung damals war. Aus Kenia brachte Zheng He seinem Kaiser eine Giraffe mit. Der staunte nicht schlecht über dieses seltsame, in China unbekannte Tier, das wie ein Fabelwesen erschien.

Stewart Ross berichtet über diese erste große Schatzflotte, und Stephen Biesty hat sie gezeichnet sowie ihren Weg auf der Landkarte verfolgt. In diesem interessanten, wunderschön gestalteten Entdecker-Buch fehlt natürlich Marco Polo nicht, dessen Reisebericht aus China, »Il Milione. Die Wunder der Welt«, ein Bestseller war. Erinnert wird an Kolumbus, ein begeisterter Marco-Polo-Leser, der übrigens eine chinesische Erfindung auf seinen Entdeckerreisen nutzte, nämlich den Magnetkompass. Bis an sein Lebensende wusste er nicht, dass er einen neuen Erdteil entdeckt hatte, als er um Mitternacht des Weihnachtstages 1492 mit seiner »Santa Maria« auf ein Riff auflief. Er glaubte, einen neuen Seeweg nach Indien gefunden zu haben.

Der neue Kontinent erhielt seinen Namen nach dem italienischen Seefahrer Amerigo Vespucci. Und der portugiesische Weltumsegler Magellan erkannte, dass die Erde ein Viertel größer ist, als Kolumbus meinte.

Stewart Ross/Stephen Biesty: Große Entdecker. Wagemutige Reisen von der Tiefsee bis ins All. Gerstenberg, Hildesheim. 96 S., geb., 19,95 €

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -