Auftrag eines Plakats

  • Lesedauer: 1 Min.

Im vergangenen Berlinale-Jahr blieb sein Jury-Stuhl mahnend leer. Jetzt hat die Initiative »Friedensfilmpreis« des Festivals eine Plakat-Kampagne gestartet. Für Jafar Panahi, den iranischen Regisseur, der Ausreiseverbot hat, den 20 Jahre Berufsverbot vernichten sollen. Der Fünfzigjährige habe, so die Anklage, gegen die nationale Sicherheit verstoßen. Berufungsverfahren prallten bislang an Teheran ab. 2006 hat Panahi für seinen Film »Offside« den Silbernen Bären in Berlin gewonnen.

Plakat-Kampagne. Ein Plakat will appellieren. Aber ein Plakat kann auch reißen - Wind, der nur schnell weiter will, der zerrt an allem. Man wünschte der Solidarität immer weit mehr Kraft, als sie Ausdrucksmöglichkeiten hat, auf so einem Festival der vorwiegend Beschwingten. Wie sie sich also dauernd aneinander reiben: die Mächtigkeit eines treuen Gemeinsinns und die Ohnmacht einer plakativen Geste.

Auftrag an dieses Plakat: An der traurigsten, der kämpferischsten Filmstelle des Festivals kann es verblassen, da ist es nicht nötig, aber in die heitersten, unbeschwertesten Momente soll es störend, irritierend hineinplatzen. Die Wahrheit, die unbedingt allen zuzumuten ist. hds


- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -