Tauwetter

Olaf Standke über die Beziehungen zwischen China und Japan

  • Olaf Standke
  • Lesedauer: 1 Min.

Den Smog über der 20-Millionen-Metropole Peking konnten die Gastgeber des APEC-Gipfels trotz Fabrikschließungen und Fahrverboten nicht verhindern. Doch bemühen sie sich augenscheinlich um ein politisches Klima, das dem Namen des Tagungskomplexes »Sunrise« gerecht wird. Dazu gehörte am ersten Gipfeltag fraglos der symbolische Händedruck von Staatschef Xi Jinping und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe nach zweijähriger Eiszeit in den Beziehungen beider Länder.

Abe sieht darin einen ersten Schritt zur Verbesserung des bilateralen Verhältnisses - und mehr ist das in der Tat nicht. Aber es wäre schon ein nächster, wenn es endlich einen direkte Draht geben würde, um militärische Eskalationen auf hoher See zu vermeiden. Denn neben den geschichtsvergessenen Provokationen durch den Besuch japanischer Spitzenpolitiker - auch von Abe - am Yasukuni-Schrein ist es der Streit um ein unbewohntes Archipel im Ostchinesischen Meer, der für frostiges Klima gesorgt hat. Noch war die von Tokio kontrollierte und von Peking beanspruchte Inselgruppe, die große Rohstoffvorkommen bergen soll, aber kein Thema beim Gespräch am Rande des Gipfels. Doch haben sich beide Seiten zumindest darauf verständigt, ihren politischen, diplomatischen und sicherheitsrelevanten Dialog schrittweise wieder aufzunehmen.

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