Die Nächte des Ramadan
Berlin feiert das Kulturfest
Noch vor einigen Jahren galt Berlin-Kreuzberg als viertgrößte Stadt der Türkei. Obwohl sich die Zahl türkischer Zuwanderer inzwischen gegen Null bewegt, bleibt Berlin unverwechselbar muslimisch geprägt. Daher veranstaltet die »Piranha Arts AG« nun zum achten Mal die Kulturfestreihe »Die Nächte des Ramadan«.
Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und neunter Monat des islamischen Mondkalenders. Ohne »Speis und Trank« hat der gläubige Muslim in dieser Zeit von etwa Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auszuharren, egal, ob er arbeitet oder meditiert. Reisende, Schwangere und Kinder sind von dieser Regelung ausgenommen. Außerdem sindSex und Tabakgenuss im Ramadan, dem Monat, in dem nach islamischem Glauben der Koran her- abgesandt wurde, verpönt. Der Fastenmonat Ramadan ist eine Zeit der Besinnung, der Gemeinsamkeit, der inneren Einkehr und des Verzeihens. Zum Iftar, dem »abendlichen Frühstück« zum Fastenbrechen, lädt man daher Freunde, Nachbarn und ehemals Zerstrittene ein, feiert mit ihnen gemeinsam bis Sonnenaufgang.
Nimmt der diesjährige Ramadan die Gläubigen schon seit dem 18. Juni in die Pflicht, haben »Die Nächte des Ramadan« erst am 22. Juni begonnen. Mit Lesungen, Musikveranstaltungen, Filmvorführungen und Diskussionen bietet das Programm für jeden etwas.
Ich persönlich freue mich vor allem auf zwei Veranstaltungen. »Interview - Innenansichten aus Bagdad« bietet am 25. Juni, 20 Uhr, im TAK Theater im Aufbau einen Einblick in das Leben der Stadt vor allem aus Sicht irakischer Frauen. Im Zentrum steht das deutsch-irakische Theaterstück »Interview«, das die Stellung der Frau innerhalb der irakischen Gesellschaft und die Ideologie der Organisation ISIS infrage stellt. Eine Lesung aus »Mit den Augen von Inana«, erschienen im Hans Schiler Verlag, widmet sich ebenfalls diesem Thema. Inana ist eine vorislamische Göttin, die von schiitischen wie sunnitischen Religionstheoretikern misstrauisch beäugt wird.
Am 27. Juni, ebenfalls um 20 Uhr im TAK, wird das Buch »Tausend und ein Tag - Morgenländische Erzählungen« aus dem Hause »Die Andere Bibliothek« vorgestellt. Abgesehen von wiederentdeckten Texten bescheren historische persische, indische und arabische Miniaturmalereien einen Augenschmaus. Eingebettet in die Buchvorstellung präsentieren libanesische Künstler ihre Musik.
www. naechtedesramadan.de
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.