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Gewitterwolken am Bankenhimmel

Kurt Stenger über die Reaktionen des Finanzsektors auf den Katalonien-Streit

Spaniens Bankensystem steht seit dem Platzen der Immobilienblase und seit der Rezession im Zuge der Austeritätspolitik auf wackligen Beinen. Dank leichter wirtschaftlicher Erholung schien es sich gerade halbwegs berappelt zu haben; nur so lässt sich das Problem mit den faulen Krediten bewältigen. Doch nun ziehen wegen der innenpolitischen Krise um die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien und die bisherige Gesprächsverweigerung der Zentralregierung in Madrid neue Gewitterwolken auf. Zwar kann heute niemand sagen, wie die künftigen politischen und auch wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der widerspenstigen Region und dem Rest Spaniens oder gar der EU aussehen werden, ob es zu leichten, langsamen Veränderungen am Status quo oder zu Brüchen kommen wird. Wenn aber diese Ungewissheit in Verunsicherung der Anleger umschlägt, wäre dies blankes Gift für Banken. Von Panik oder einem Bank-Run ist man weit entfernt, doch das kann sich an den volatilen Finanzmärkten schnell ändern. Kein Wunder, dass einige Großbanken aus dem Großraum Barcelona nun lieber ihren Sitz ins sichere EU-Spanien verlagern. Für die Beteiligten sollte das ein weiteres Warnsignal sein, dass sich die Probleme nur am Verhandlungstisch lösen lassen: In Katalonien kann man nicht wünschen, dass viele Unternehmen das Gebiet verlassen - und in Madrid kann man kein Interesse an der Rückkehr der Bankenkrise haben.

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