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Fahrlässiger Kita-Ausbau
Stefan Otto sorgt sich um die Betreuung von Kindern
Die Einführung eines Rechtsanspruchs für die Betreuung von Kleinkindern vor fünf Jahren galt als Startschuss für den Kita-Ausbau. Ohne Frage hat das den Nerv der jungen Familien getroffen. Die meisten Mütter wollen heute nicht mehr jahrelang zu Hause zu bleiben, um die Kinder zu betreuen, sondern sie drängen zeitig zurück in den Beruf. Dafür brauchen sie Betreuungsplätze.
Doch eine Erfolgsgeschichte ist der Kita-Ausbau nur mit Abstrichen. Zwar wurden viele Tausende Plätze aus dem Boden gestampft, um den Bedarf zu decken, doch es hapert mitunter an der Qualität der Betreuung. Fachkräfte fehlen, Leitungsaufgaben müssen quasi nebenbei erledigt werden. Kein Bundesland garantiert derzeit die Betreuungsquoten, zu denen Erziehungswissenschaftler anraten - weil den Ländern dies schlicht zu teuer ist.
Insofern ist es richtig, wenn Kommunalverbände jetzt den Druck auf die Länder und den Bund erhöhen, mehr Mittel für die Kleinkinderbetreuung bereitzustellen. In den Krippen, wo die Ein- und Zweijährigen betreut werden, ist es besonders wichtig, auf eine sorgsame Betreuung zu achten. Es macht nämlich einen enormen Unterschied aus, ob zwei Erzieherinnen sich um sechs Kinder kümmern, wie es wünschenswert wäre, oder um neun. Und es ist nicht unerheblich, ob sie ein Kind eingewöhnen oder zwei oder gar drei auf einmal, wie es vielerorts Realität ist. Überforderungen gehören dann zum Alltag. Das Wohl der Kinder leidet, was bedenklich ist.
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