Irrfahrt in der Verkehrsdebatte

Kurt Stenger über die Bedeutung des Stellenabbaus bei Autokonzernen

Gerade erst sind die Jubelmeldungen auf den Autostandort Deutschland im Zuge der Tesla-Pläne verhallt - schon werden Abgesänge angestimmt. Anlässe sind der Stellenabbau bei Audi und ein Kostensenkungsprogramm bei BMW. Solche Vorhaben sind kaum mehr als kapitalistischer Normalzustand. Autokonzerne ergreifen gerne jede Gelegenheit, die ihnen ein Konjunkturabschwung beschert, um Kosten zu senken, Stellen - dank Gewerkschaftsdrucks sozialverträglich - abzubauen und Produktivität zu erhöhen.

Doch seit einigen Jahren geht es um mehr: Die Autohersteller - und noch stärker die Zulieferer, über die kaum jemand spricht - schlittern in einen Transformationsprozess. Klassische Bereiche wie die Motorenwerke werden verschwinden, Dienstleistungen und Digitalisierung dafür in den Vordergrund treten. Und bei Batterieherstellern entstehen viele neue Jobs.

Seriöse Prognosen über einen womöglich bevorstehenden Stellenkahlschlag sind schon deshalb nicht möglich, weil unklar ist, ob die bisherigen Platzhirsche den Verkehr der Zukunft dominieren werden oder ob die Digitalkonkurrenz aus dem Silicon Valley und China diese zu Zulieferern degradieren wird. Auch ist unklar, wie die Politik die Weichen in der anstehenden Verkehrswende vielleicht noch stellen wird. Es braucht darüber breite Debatten - Jubelmeldungen wie Abgesänge führen dagegen in die Irre.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.