Irrige Prioritäten, mehr Ausschluss

Lisa Ecke über das Familienentlastungsgesetz

Das Gesetz zur Besserstellung von Familien schließt diejenigen aus, die finanzielle Entlastungen am nötigsten haben. Entgegen der Aussagen von Olaf Scholz wird in dem vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetz wieder einmal nicht an alle gedacht. Familien in Hartz-IV-Bezug bekommen von der Kindergelderhöhung nichts ab, denn die 15 Euro mehr im Monat werden vollständig auf Sozialleistungen angerechnet. Alleinerziehende wurden genauso wenig berücksichtigt, das angehobene Kindergeld wird auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet. Und das, obwohl auch sie besonders häufig von Armut betroffen sind.

Die beschlossene Anhebung der Kinderfreibeträge in der Einkommensteuer ist ebenfalls ungerecht. Familien mit höheren Einkommen bleiben bevorzugt. Dazu passt, dass das Bundeskabinett die Grenze für Spitzen- und Reichensteuersatz angehoben hat. Der Schwerpunkt des Familienentlastungsgesetzes hätte auf einkommensarme und erwerbslose Familien gelegt werden müssen. So hätte man Kinderarmut bekämpfen können. Stattdessen wird die bestehende soziale Ungleichheit noch weiter zementiert. Alles in allem ein Gesetz, das dem Anspruch der Familienentlastung nicht annähernd gerecht wird und zu noch mehr Ausschluss führt.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -