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- Proteste in Kuba
Kubas Regierung braucht Erfolge
Martin Ling über die Proteste gegen die Mängel in der Versorgung
Es ist offensichtlich: Die Gegner der kubanischen Revolution versuchen die Gunst der Stunde zu nutzen. Und es ist ebenso offensichtlich: Die Kubaner, die auf die Straße gehen, leiden vielfach in der Tat an Mangel – von Grundnahrungsmitteln über Medikamente bis zur Stromversorgung.
Der Mangel ist ebenso real wie die Frustration vieler, vor allem junger Kubaner, die die Errungenschaften der Revolution für selbstverständlich nehmen, auch wenn ihnen das Internet illustriert, dass Bildung und Gesundheitsversorgung bei den karibischen und lateinamerikanischen Nachbarn nur den Besserverdienenden ausreichend zur Verfügung stehen.
Es ist das Internet, das die größten Mobilisierungen gegen die Regierung seit der Revolution 1959 möglich machte. Ob die Demonstranten Ausdruck der Frustration einer lautstarken Minderheit sind oder für eine wirkmächtige Gruppe stehen, ist noch offen.
Klar ist: Kubas Wirtschaft steckt im Zangengriff zwischen einer verschärften US-Blockade und der Corona-Pandemie.
Diese beiden Faktoren führen, sich gegenseitig verstärkend, zu einer Verschlechterung der Versorgungslage. Für beide externe Faktoren kann die kubanische Regierung so wenig wie für den Zusammenbruch des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe, der Kuba in den 90er Jahren in die bis dahin schwerste Krise stürzte.
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