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Bolsonaro hat abgewirtschaftet
Martin Ling über die Proteste gegen Brasiliens Präsidenten
Die Uhr für Jair Bolsonaro läuft ab. Eine Wiederwahl 2022 ist kaum vorstellbar, wenn er sich überhaupt so lange im Amt halten kann. Seine linke Vorgängerin Dilma Rousseff wurde mit einem dubiosen Amtsenthebungsverfahren aus dem Amt gekegelt. Bei Bolsonaro gibt es genügend handfeste Gründe, die ein Amtsenthebungsverfahren rechtfertigen würden, wie es die Demonstranten am Wochenende forderten.
Bolsonaro ist gewarnt: In mindestens 13 Provinzhauptstädten, darunter Rio de Janeiro, Recife und Salvador, folgten Tausende Menschen den Aufrufen von Gewerkschaften und linken Gruppen. Bolsonaros katastrophale Regierungsbilanz gibt reichlich Grund zur Empörung. Der Corona-Skeptiker hat mit seinem verantwortungslosen Krisenmanagement das Land zu einem der weltweiten Hotspots avancieren lassen. Vorfahrt für die Wirtschaft, koste es die Gesellschaft, was es wolle. Mit demselben Ansatz hat er den Raubbau am Regenwald forciert, der nicht einmal ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt in Flammen stand. Wie die Gefahren von Corona leugnete er zuerst die Tatsache an sich, spielte dann die Gefahren herunter, um schließlich die Zahlen der staatlichen Behörde zu bezweifeln. Eine Amtsenthebung dieses ultrarechten Hasardeurs ist überfällig.
Teller und Rand ist der neue ndPodcast zu internationaler Politik. Andreas Krämer und Rob Wessel servieren jeden Monat aktuelle politische Ereignisse aus der ganzen Welt und tischen dabei auf, was sich abseits der medialen Aufmerksamkeit abspielt. Links, kritisch, antikolonialistisch.
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