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Hofkino im August
An vier Montagen zeigt das »nd« spannende Filme am Berliner Franz-Mehring-Platz
An den Montagen im August zeigt das »nd« gleich drei politische Dokumentarfilme, die in diesem Jahr erschienen sind: »Berlin Utopiekadaver« über die Gentrifizierung in Berlin, »Lesvia« zur Geschichte der Lesben auf der griechischen Insel Lesbos und »ANTIFA – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte« über die Geschichte der Antifa-Bewegung im deutschsprachigen Raum. Außerdem »Ein kleines Stück vom Kuchen«, einen unterhaltsamen Spielfilm zur Revolution der Frauen im Iran. Zu allen Filmen findet nach Möglichkeit ein Gespräch mit Macher*innen oder Protagonist*innen statt.
Den Auftakt des nd-Freiluftkinomonats übernimmt der Film »Berlin Utopiekadaver«. Eindrücklich zeigt der Dokumentarfilm, dass für einen gesellschaftlichen Gegenentwurf im rasant gentrifizierten Berlin kein Platz mehr ist. Immer mehr Hausprojekte und damit andere Lebensentwürfe verschwinden aus dem Bild der Stadt. Dabei haben sie Berlin seit den 80ern stark geprägt. Johannes Blume begleitet Projekte, wie etwa das Tuntenhaus, das Syndikat, die Meuterei oder Köpi. Er gibt den Blick frei auf das, womit die Szene Berlin tatsächlich geprägt hat, jenseits der Bilder von Straßenschlachten, die auch dazugehören, aber sicher nicht den Kern ausmachen.
Der Film wirft die Frage auf: Was bleibt von Berlin übrig, wenn links-autonome Räume verschwinden und auch anderen Mieter*innen die Räume zur Gestaltung der Stadt immer weiter entzogen werden, wie es aktuell von den politischen Entscheidungsträger*innen vorangetrieben wird? »Berlin Utopiekadaver« ist ein spannender Dokumentarfilm, der zur Auseinandersetzung um die Stadt und die eigenen sozialen Räume anregt, der aber auch zeigt, mit wie viel Aufwand diese Utopien zerstört werden sollen. Filmemacher Johannes Blume spricht nach dem Film mit nd-Redakteur Matthias Monroy.
Nicht nur Berlin ist ein Sehnsuchtsort, an der Südwestküste der Insel Lesbos in Griechenland liegt das kleine Bauerndorf Eressos, der Geburtsort von Sappho, der ersten Dichterin, die über die Liebe zwischen Frauen bereits im antiken Griechenland schrieb. Seit Mitte der 1970er Jahre ist das Dorf Sehnsuchtsort für Lesben aus aller Welt. Die Filmerin und Fotografin Tzeli Hatjidimitriou, selbst auf Lesbos geboren und Lesbe, dokumentiert mit »Lesvia« über 40 Jahre lesbische Community in dem Dorf, aber auch den Konflikt mit den alteingesessenen Bewohner*innen. Sie lässt beide Seiten zu Wort kommen. Die Einführung zum Film übernimmt nd-Mitarbeiterin Paula Perschke.
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In der letzten Woche geht es dann cineastisch zurück nach Deutschland mit einem besonderen Dokumentarfilm. Dieser reflektiert die antifaschistische Bewegung in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Das Projekt »ANTIFA – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte« des Filmkollektivs Leftvision kommt genau zur richtigen Zeit. Den Filmemachern Marco Heinig und Steffen Maurer geht es um weit mehr als eine historische Erzählung.
- »Berlin Utopiekadaver«
Regie: Johannes Blume
Dokumentarfilm; D 2024, 92 Min.
Einführung und Nachgespräch mit Johannes Blume und Matthias Monroy (»nd«)
5. August 2024
Beginn: 20.45 Uhr - »Lesvia«
Regie: Tzeli Hadjidimitriou
Dokumentarfilm; GR 2024, 77 Min.; OmeU, dt. U
Einführung: Paula Jeri Perschke (»nd«)
12. August 2024
Beginn: 20.45 ...
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