Kühlschrank meiden

US-Forscher warnen vor zu späten Mahlzeiten

  • Martin Koch
  • Lesedauer: 2 Min.
Nicht allein, was wir essen, sondern auch wann wir das tun, hat Einfluss auf unser Körpergewicht.

Wie schon unsere Großeltern zu wissen glaubten, steigert alles, was wir in der Nacht essen, unser Körpergewicht in besonderem Maße.

US-Forscher haben dazu jetzt ein Experiment durchgeführt. Genauer: Sie fütterten Mäuse, die normalerweise nachtaktiv sind, mit fettreicher Kost. Eine Gruppe der Tiere bekam ihr Fressen nachts, die andere am Tag. Ergebnis: Die Tiere, die wie gewohnt nachts fraßen, nahmen in sechs Wochen um 20 Prozent zu. Bei den Mäusen hingegen, die tagsüber ihre Nahrung aufnahmen, erhöhte sich das Gewicht bei gleicher körperlicher Aktivität um 48 Prozent.

Also nicht die Nacht als solche macht dick. Vielmehr ist es die Veränderung der normalen Essgewohnheiten, die unser Körpergewicht beeinflusst. Tatsächlich vermuten die Forscher, dass der bei Mäusen entdeckte Zusammenhang auch bei Menschen eine nicht unwichtige Rolle spielen könnte. Das heißt, auch unsere innere Uhr scheint neben dem Wach-Schlaf-Rhythmus den Energieverbrauch zu steuern.

Weltweit sind heute über eine Milliarde Menschen übergewichtig. In Deutschland hat, wie eine Studie belegt, bereits jeder Zweite zu viele Pfunde auf den Rippen. Tendenz steigend. Und es gibt Untersuchungen, wonach Personen, die häufig in der Nacht essen, wie etwa Schichtarbeiter, ihr relatives Körpergewicht schneller steigern als »Normalesser«. Zwar birgt der Zusammenhang von innerer Uhr und Nahrungsaufnahme noch immer viele Rätsel. Doch im Grunde kann sich jeder selbst ausmalen, warum Nachtmahlzeiten bedenklich sind: Nachts bewegen wir uns weniger und unser Körper kann die vielen Kalorien nicht verbrennen. Deshalb ist für Gewichtsbewusste eines vorsorglich zu empfehlen: In der Nacht – Hände weg von der Kühlschranktür!

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.