Ein Schiff wird kommen? Es ist da.
Der Tsunami, auch der in Japan, ist ein Kuppler. Er bringt zusammen, was nicht zusammengehört. Schiff und Haus (Foto: dpa): wie eine Szene aus dem Märchenbuch für Jüngste – das Große besucht das Kleine, man beschnuppert ein-
ander, he!, wer bist du denn und wo kommst du her? Es sieht aus, als wolle die Welt am friedlichsten aussehen just in jener Sekunde nach dem schlimmstmöglichen Ende eines Friedens ...
Ein Bild wie aus »Speed«, Hollywood, irgendwo schreit Sandra Bullock. Aber längst musste die Kunst ihre Ideen an die Wirklichkeit geben. Heiner Müller lässt in seiner »Hamletmaschine« das Foto des Autors zerreißen: »Meine Worte haben nichts mehr zu sagen.« Es war ihm mit dem Untergang des Sozialismus Weltstoff verlorengegangen. Volker Braun erinnerte im Stück »Was wollt ihr denn« ans Geiseldrama im Moskauer Musical-Theater: Die Realität besetzt die Bühne und »zeigt erblassenden Akteuren, was Sprengkraft ist.« Tarkowski hatte im Film »Stalker« die Katastrophe Tschernobyls vorweggenommen und gepeinigte Menschen als Beckettsche Wanderer in Schlamm und Trauer gezeigt.
Kunst, Märchen können unter die Haut gehen. Wenn denn der Mensch seine Haut retten kann. Künstlerische Versuche übers Leben werden in den Schatten gestellt von den Mühen, einzig noch das Überleben zur Kunst zu machen. Der Terrorismus der aufgeheizten Kulturen streitet mit der Naturkatastrophe um die Urheberrechte einer neuen Weltkomödie, die selbst einen Shakespeare in den Ruhestand schickt. hds
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