- Kultur
- Buchpräsentation im Haus Ungarn Beuys-Forschungsstelle entsteht jn Jena
Gegen Gleichgültigkeit Werk-Katalog geplant
„Die Antwort der Literatur auf die Wende“ nennt der Herausgeber Gyula Kurucz die gerade erschienene Anthologie „Blendende Jahre für Hunde“ mit Werken von vier osteuropäischen Schriftstellern. Das ca. 500 Seiten starke Buch entstand innerhalb weniger Monate in Zusammenarbeit mit dem drei Jahre jungen Berliner Verlag edition q. In der vergangenen Woche wurde es im Haus Ungarn in Berlin vorgestellt. Die Veröffentlichung soll Verständnis für die Länder Osteuropas wecken, sagte Kurucz, der gleichzeitig Direktor im Haus Ungarn ist. Es gelte, die „bleierne Gleichgültigkeit“, die im Westen immer noch gegenüber den Nachbarn herrscht, zu durchbrechen.
Die literarischen Texte der Autoren Sändor Csoori (Budapest), Michael Viewegh (Prag), Lajos Grendel (Bratislava), Taäeusz Konwicki (Warschau) geben Einblick in die Rolle der Literatur bei der Vorbereitung der Wende sowie die literarische Reaktion auf den Umbruch.
Die Anthologie bietet eine Mischung aus lyrischen Komponenten, plastischer Satire und besonnener Analyse der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in den Herkunftsländern der Verfasser.
Eine Podiumsdiskussion mit den Autoren findet am 23. September um 18 Uhr im Haus Ungarn statt.
BRITTA HASSINGER
Jena (dpa). Eine Joseph-Beuys-Forschungsstelle soll an der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufgebaut werden. Geplant sei, die Einrichtung am wiedergegründeten Kunsthistorischen Seminar anzusiedeln, sagte Prof. Franz-Joachim Verspohl am Montag in einem dpa-Gespräch. Der westdeutsche Kunsthistoriker und Beuys-Spezialist wird vom Wintersemester an in der Thüringer Universitätsstadt lehren. Der 47jährige gibt zusammen mit Uwe Schneede, Direktor der Kunsthalle Hamburg, und Armin Zweite, Direktor der Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen, im Auftrag der Familie Beuys den Nachlaß des vor sieben Jahren gestorbenen Avantgardisten heraus.
Bisher habe er etwa 15 000 Arbeiten des Objektkünstlers, Aktionisten und Zeichners Beuys im Computer erfaßt, sagte Verspohl. Von 1994 an will das Herausgeber-Trio am ersten Band des kritischen CEuvre-Katalogs arbeiten. In etwa drei bis vier Jahren soll der Band vorliegen, der hauptsächlich textorientierte Arbeiten aus den 30er und 40er Jahren enthalten wird. Zum voraussichtlichen Umfang und Ende der ganzen Arbeit konnte der Kunsthistoriker noch keine genauen Angaben machen, da das Gesamtwerk von Beuys bisher nicht bis ins Detail erfaßt sei. Bereits im vorigen Jahr hatte Verspohl die Faksimile-Ausgabe „Vier Bücher aus: Projekt Westmensch“ herausgebracht.
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