Wie aus Fritz Frederick wurde
»Der Unternehmer und Philosoph Friedrich Engels ist wieder en vogue«, freut sich Bernd Hinrichs im Vorwort zu der rechtzeitig zum 200. Geburtstag des treuen Freundes von Karl Marx erschienenen Historien-Novel. Es ist für die heutige Zeit, vor allem für Jugendliche gezeichnet und geschrieben. Was schon im Prolog deutlich wird: Engels arbeitet in einem Café am Laptop und fragt die junge Kellnerin, ob der von ihm bestellte »Americano« denn auch fair gehandelt und »bio« ist. Dementsprechend wird nicht bieder-chronologisch Leben und Werk des Protagonisten vorgestellt. Eingeflochten ist die Geschichte einer Elberfelder Arbeiterfamilie, die für zusätzliche Spannung sorgt. Die Erzählung beginnt mit der Revolution von 1848/49, exakter: mit deren Verteidigung in der »Reichsverfassungskampagne« wider die preußische Reaktion. Erst danach wird die Kindheit von Engels im pietistischen Wuppertal reflektiert, insbesondere das schwierige Verhältnis von Vater und Sohn. Gezeigt wird, wie sich der junge »Fritz« bereits in einer Schneeballschlacht als »General« bewährte. In der Folge geht es immer wieder vor und zurück. Der gediegene Comic, in dem nicht nur die Familie Marx und die wichtigsten Genossen und Gegner mitspielen, sondern auch Lizzy und Mary Burns nicht fehlen, die zwei irischen Fabrikarbeiterinnen und Lebensgefährtinnen von »Frederick«, endet mit einer Anklage an die Ausbeutung von Menschen heute im Globalen Süden. ves
Engels - Unternehmer und Revolutionär. Von Christoph Heuer, Fabian W. W. Mauruschat und Uwe Garske. Edition 52, 160 S., br., 18 €.
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