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G20: Schuldenkrise wird ignoriert
Martin Ling über die Blockade in der Staatengruppe G20
Südafrikas Prioritäten für seine einjährige G20-Präsidentschaft sind offensichtlich von globaler Bedeutung: eine stärkere Widerstandsfähigkeit gegen Klimakatastrophen, Wege aus der Schuldenkrise armer Länder, eine sozialverträgliche Energiewende sowie die faire Nutzung kritischer Mineralien.
2024 war der Schuldendienst für Länder im Globalen Süden so hoch wie noch nie und liegt inzwischen bei umgerechnet rund 1,4 Billionen Euro. Die Zinszahlungen der ärmsten Staaten haben sich im vergangenen Jahr auf 34 Milliarden Euro vervierfacht. Die Schnittmengen mit den Ländern, die von Klimakatastrophen am meisten betroffen sind, sind groß.
Es ist offensichtlich: Es bedarf eines nachhaltigen Schuldenerlasses und eines staatlichen Insolvenzrechts, das für einen fairen Ausgleich zwischen Gläubiger- und Schuldnerinteressen sorgt. In der Diskussion sind beide Forderungen schon lange – umgesetzt werden sie nicht. Die USA haben daran unter Trump weniger Interesse denn je. Das unterstrich beim jetzigen Finanzministertreffen die Abwesenheit des US-Finanzminister Scott Bessent ebenso wie in der Vorwoche die Absenz des US-Außenministers Marco Rubio beim Außenministertreffen. Dessen Absage gipfelte im Vorwurf, das G20-Format sei zu einem Hort des Anti-Amerikanismus verkommen. Mit Make America Great Again ist in der Tat kein Multilateralismus zu machen, der die globalen Probleme in Angriff nimmt. Und das wurde schon vor Trump viel zu zögerlich gemacht, weil die reichen Staaten auf der Bremse stehen, wenn es darum geht, dem Globalen Süden Perspektiven zu verschaffen.
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