Die Rezension - Ja zur Schokolade

  • Lesedauer: 2 Min.

Gesundheit ist für 87 Prozent aller Befragten einer Umfrage zufolge der wichtigste Baustein zum Glück. Ihre Förderung sollte also höchste Priorität in Politik und Gesellschaft haben, findet der Autor des Buches, der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Christoph Klotter. Belehrungen »von oben« lehne allerdings die Mehrzahl der Bevölkerung ab. Jeder Mensch habe sein Recht auf Schokolade.

Klotter nimmt die bisher existierenden gesundheitsfördernden Maßnahmen unter die Lupe und prüft sie auf ihre Wirksamkeit. Er fragt, wie man es besser machen kann und bietet selbst Lösungsvorschläge an. So rät er davon ab, dass sich Gesundheitsförderung wie eine Gesundheitspolizei verhält. Er plädiert für öffentliche Diskussionen über den Wert der Gesundheit, lehnt Sanktionen bei ungesunder Verhaltensweise aber ab. Klotter argumentiert: »Wenn die Arbeitswelt in modernen Industriegesellschaften Fluchtlinien und Rückzugsgebiete braucht und diese zum Beispiel in sozial anerkannten Krankheiten bestehen – Rückenbeschwerden –, dann können gesundheitsförderliche Rückenschulen nicht greifen, weil die Verhinderung oder Reduzierung der Rückenschmerzen zweitrangig gegenüber dem individuellen Wunsch ist, eine Pause vom Arbeitsleben zu gebrauchen. Eine Rückenschule könnte erst dann erfolgreich sein, wenn die Arbeitswelt so organisiert ist, dass weniger Pausen nötig wären …«

Klotters Analyse der bestehenden Verhältnisse sowie ihrer Wirksamkeit sind kritisch, aber nicht destruktiv. Mit Sicherheit sprechen sie aber eher eine ausgewählte Leserschaft an. Elfi Schramm

Christoph Klotter: Warum wir es schaffen, nicht gesund zu bleiben,

Ernst Reinhardt Verlag, 163 S., pb,16,90 €.

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