Die Rezension

Kino für den Kopf

  • Danuta Friemert
  • Lesedauer: 2 Min.

Zwei Bücher, zwei Männer, ein Thema: die Figur. Autor Patric Heizmann ist schlank und will es auch bleiben. Wie er dieses Ziel erreicht und andere motiviert, es zu werden, ist witzig zu lesen. Seine Fallbeispiele sind Kino für den Kopf. So ist ein knurrender Magen beim Nachtschlaf zu vergleichen mit einer Hungersnot, die den Körper mobil macht und das Einschlafen unmöglich oder nur schwer. So ist Alkohol das Kerosin des Körpers. Es wird sofort verbrannt – und zwar lichterloh. In Sachen Fettverbrennung wird dabei jedoch die Notbremse gezogen. Es gibt viele dieser Bilder in dem Buch »Ich bin dann mal schlank«, die sich einprägen und wie Schutzschilde gegen Dickmacher im Lebensmittelregal wirken. Ernährungstipps, wie z. B. ein Vollkornknäckebrot mit fettreduziertem Kräuterquark vor dem Schlafengehen sind durchaus praxistauglich.

Autor George Deffner ist korpulent. Aber im schwarzen T-Shirt, mit dunkler Hose und leicht eingezogenem Bauch wirkt er doch schlank! Seine Frau hat für seine Körpermaße, seine Trägheit und sein Essverhalten so gar kein Verständnis, was sie auch in jedem Kapitel des Buches »Ein Mann – Ein Bauch« vehement kundtut. So müsse er doch kämpfen, um Pfunde zu verlieren! Er aber mogelt sich durchs Joggen und Kalorien zählen, um sich letztendlich die alles entscheidende Frage zu stellen »Wie verliere ich weder Fett noch Frau?«. Eine witzige Lektüre von einem, der sich und seinen dicken Bauch nicht zu ernst nimmt, sehr sympathisch.

Patric Heizmann: Ich bin dann mal schlank, Draksal Fachverlag, br., 156 S., 19,90 €.
George Deffner: Ein Mann – Ein Bauch, Rowohlt Verlag, br., 253 S., 14,90 €.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.